Wenn Mena ein Neumond und Kinnon eine Sonne ist…

Mai 30, 2018

Senf zum Mittwoch #26

Wer meine „Geschichtenerzählerin“-Reihe kennt, weiß, wer Mena & Kinnon sind. Mena ist die Geschichtenerzählerin und Kinnon ist der „Traum-Mann“, dem sie in ihrer Reise in die Anderswelt begegnet.

Was vielleicht auch meine Les_erinnen nicht wissen, ist, dass ich alle Charaktere, die in diesen Romanen auftauchen, nach einem bestimmten Vintschger Typ gezeichnet habe. Von der Vintschger Typenlehre habe ich ja als Stella Jante noch nicht sehr viel erzählt, nicht wahr?

Für mich ist es nicht nur eine nützliche „Brille“, um mich in der Welt zurecht zu finden, mich besser kennengelernt zu haben und auch andere besser zu verstehen, nein, es ist auch ein wundervolles Instrument, um die Charaktere in einem Buch so aufzubauen, dass sie in ihren Handlungsweisen nicht plötzlich einen Bruch haben.

Versteht ihr, was ich meine? Ich bin ja auch eine begeisterte Leserin, aber wenn mich etwas maßlos ärgert – bis dahin, dass ich das Buch sogar schließe und nicht zu Ende lese, für mich der Affront schlechthin -, dann ist es zum Beispiel, wenn eine Person im Bruch in einem bestimmten Charakter gezeichnet wird und dann Handlungen begeht, die einfach nicht dazu passen.

Was könnte ich euch für ein Beispiel bringen? Hm… Die Prota wird als sanftmütig und verunsichert beschrieben und hat ein leises Stimmchen, um dann ein paar hundert Seiten später als laut zeternde Furie aufzutreten, die alles und jeden nieder macht. In meiner Sprache wurde hier eine Vollmond-Frau gezeichnet. Die kann durchaus zornig werden, auch krasse Handlungen vollziehen, aber die ist einfach nicht der Typ, wie eine Furie aufzutreten, die jedem Furcht einflößt, sobald er sie nur sieht. Das wäre für mich ein nicht nachvollziehbarer Charakterbruch. Der mich noch dazu empfindlich stört.

 

Mena ist eine Neumond-Frau. Was heißt das?

Sie braucht sehr viel Zeit für sich, ist unerschrocken und weiß, was sie will. Wenn sie es nicht weiß, macht sie das ganz verrückt.

Wenn sie eine Aufgabe als die ihre erkennt, geht sie sie gewissenhaft an. Problem ist, wenn ihr die Aufgabe von außen anvertraut wird. Sie wünscht sich stets, selbst alles entscheiden zu können und freundet sich schwer damit an, etwas vorgesetzt zu bekommen. Sie kann durchaus die Furie werden, von der wir vorher gesprochen haben und auch Angst einflößen – vor allem im Alter. Neumond-Frauen haben das durchaus drauf.  

Sie hat Schwierigkeiten, jemanden nah an sich ran zu lassen, wehrt sich bei jedem Schritt gegen mehr Nähe, aber wenn der betreffende Mensch einmal hinter ihrer Festung gelandet ist, die Zugbrücke überquert hat, dann geht sie für ihn durchs Feuer, ist loyal ohne Ende.

„Weniger ist mehr“, lautet ihre Devise in Sachen Beziehungen. Da sie diese sehr intensiv lebt, können auch gar nicht so viele Menschen in ihrem Leben Platz haben. Wenn da zu viele auf den Plan treten, gerät sie ganz schön in Krise.

Womit sie sich wie alle Neumonde schwer tut, ist die Kluft zwischen der Selbst- und der Fremdwahrnehmung. Während sie sehr wohl imstande ist, sich selbst Gefühle wie Ängste und Unsicherheit zuzugestehen, sieht es ihr von außen niemand an. Wie sie von ihrer Umwelt gesehen wird, muss sie sich fast schon sagen lassen, dermaßen hat sie keine Ahnung…

Kinnon ist ein Sonne-Mann. Was heißt das?

Ein halber Sìdhe zu sein – und damit die Eigenschaft der Elfen zur Betörung zu besitzen – ist eigentlich eine Sonne multipliziert mal Tausend. Kinnon wäre schon ohne dieses Elfenattribut ein Mensch, der ein natürliches Charisma besitzt und die Leute rund um sich herum anzieht wie ein Magnet.

Sonnen sind nicht nur Menschen, die sich leicht für etwas begeistern, sondern genauso gut andere begeistern können. Was sie auch machen, sie tauchen mit allen Kräften, die sie besitzen, ein und reißen darum auch viele mit. Sie haben keine Probleme, sich sehr beliebt zu machen. Dafür müssen sie sich gar nicht anstrengen, einfach nur sein, wie sie sind.

Eine Sonne fällt auf, wenn sie den Raum betritt. Sie kann sich nicht unscheinbar machen, wenn sie es auch möchte. Wenn ihr euch dann noch die Betörungskraft dazu denkt, versteht ihr, wenn ich von Sonne mal Tausend spreche…

Wenn eine Sonne ihre Ruhe möchte, muss sie Menschen meiden. Kinnon ist zwar immer zu Späßen aufgelegt, braucht das Lachen wie andere das Atmen, liebt es, in Gesellschaft zu sein, aber um wirklich aufzutanken, muss er sich in die Natur – und in die Bewegung – zurück ziehen. Als Sonne-Mann kann er flirten ohne Ende, aber er ist im Grunde seines Herzens romantisch und glaubt an die Eine.    

Eine Neumond-Frau und ein Sonne-Mann …

…sind wie Hund und Katze, die eine komplett andere Sprache sprechen. Knurrt der Hund, dann ist er gereizt, das Schnurren der Katze, wenn sie sich wohl fühlt, klingt schon sehr ähnlich. Bis die beiden verstehen, was der andere meint, dauert das schon eine Weile. Wenn aber diese Kommunikationshürden überwunden sind, dann kann daraus eine äußerst lebhafte, nie langweilende Beziehung entstehen 😉   

Und, seid ihr neugierig geworden, was die anderen Protas für Vintschger Typen sind?

Hier eine Auswahl:

Nörggele – Sonnenfinsternis

Dienerin Danus – Neumond

Willeweis – Vollmond

Angie, beste Freundin von Mena – Sonne

Was es jetzt bedeutet, dass das Nörggele eine Sonnenfinsternis ist und die Willeweis ein Vollmond, kann ich euch gerne auch mal erzählen.

Und natürlich auch, wenn ihr noch andere wissen wollt …

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