Auf den Spuren von Kinnon und Mena

Mai 16, 2018

Senf zum Mittwoch #24

Dieser Senf zum Mittwoch ist ganz etwas Besonderes – er ist zusammen mit Hannah geschrieben von “Hannahs World of Books”.

Hannah habe ich auf Twitter kennengelernt. Als ich dort vor Jahren einen Account machte, schrieb sie mich sofort an und meinte, sie würde gerne meine Bücher rezensieren. So schickte ich ihr Band 1 der „Geschichtenerzählerin“ und war happy, dass es ihr gefiel. Es folgte Band 2 und bei Band 3 war sie eine meiner Testleserinnen und machte bei der Releaseparty auf Facebook mit.

Hannah gehört zu den Bloggerinnen, die sich eine Autorin nur wünschen kann. Auch wenn ich im Moment nicht so sehr als Fantasy-Autorin aktiv und selbst mehr als Bloggerin mit meinem „Senf zum Mittwoch“ uvm. unterwegs bin, blieben wir in Kontakt. Als sie mir vor Monaten verriet, dass sie eine Reise nach Drogheda antreten würde, war ich Feuer und Flamme und bat sie, doch daran zu denken, danach mit mir zusammen einen Beitrag zu verfassen, denn Drogheda ist die Heimatstadt von Kinnon, dem Prota der „Geschichtenerzählerin“. Und hier sind wir!

Auf den Spuren…

“Das Städtchen ist 800 Jahre alt. Oft wird es übersehen, weil es so nahe an Dublin liegt.” (Kinnon, Band 1)

Du warst jetzt im April in Drogheda. Was hat dich denn bewogen, dahin zu fahren? Und woher war es dir bekannt?

Das ist eine gute erste Frage und die Antwort ist noch viel besser: Bewogen, Drogheda zu besuchen, hat mich die „Geschichtenerzählerin“-Trilogie – und bekannt war es mir auch aus eben diesen Büchern.

Ich würde nicht behaupten, dass ich mich besonders gut mit allem Sehenswerten in Irland auskenne, aber dennoch hat es mich überrascht, Drogheda in diversen Reiseführern wiederzufinden. Als ich die Reise nach und durch Irland / Nordirland mit meiner Mutter schon vor Monaten geplant habe und auf der Karte dieses Städtchen sah, stand direkt fest: Da muss ich hin!

 

“Drogheda war eine Soldatenstadt […]. Das ist das einzige Tor der Befestigungsmauer, das erhalten geblieben ist.” (Kinnon, Band 1, auf das St. Laurence Gate zeigend)

Kinnon, Prota aus der Geschichtenerzählerin, kommt ja aus Drogheda. Er hat Mena durch die Stadt geführt. Hast du auch daran gedacht, als du sie besichtigt hast? Wenn ja, wie ist das für dich, durch den Ort zu spazieren, einen Roman im Kopf?

Ehrlich gesagt, waren Kinnon und Mena die einzigen Gründe für mich überhaupt nach Drogheda zu fahren und die Stadt zu besichtigen – also ja, ich habe sehr daran gedacht, wie Kinnon Mena alles gezeigt hat.

Ich hätte gerne ein bisschen mehr Zeit gehabt, mir die Stadt genau anzuschauen, da sie doch eine ganz eigene Art Charme versprüht.

Es war aber einfach toll. all die Häuser und Gassen zu sehen und dabei die ganze Zeit das Buch vor Augen zu haben. In vielen Momenten blieb ich auch einfach stehen und dachte „Genau hier hat sich Szene X abgespielt!“ (mehr dazu auch bei den folgenden Fragen)

Das Gefühl war ein wunderbares und oft fühlte es sich so an, als würden Kinnon und Mena mir die Stadt mit ihren Augen zeigen.

 

 

Drogheda ist am Meer, geprägt von seiner Geschichte. Wie ist das in dieser Stadt für dich spürbar?

Der Hafen ist ein sehr zentrales Element Droghedas und wirklich schön anzusehen. Ich hatte das Glück, die Stadt bei wirklich tollem Abendlicht mit großem Vollmond erleben zu dürfen, was dem Ganzen tatsächlich etwas Beruhigendes gegeben hat.

Gerade die Gebäude (Bauart etc.) spiegeln die Geschichte der Stadt und z.T. auch das Maritime wider und das nicht nur direkt am Hafen. Drogheda liegt nicht nur am Meer sondern auch an einem Hügel und bis zur obersten Stelle erinnern die Häuser sehr an ehemalige Hafen(-arbeiter)-Gebäude.

Wir gehen in ihr Lieblingspub “Stardust”, und ich sehe, wie viele Leute in Drogheda abends noch unterwegs sind […]. Der Pub ist gerammelt voll. (Mena, Band 1)

Hast du auch die Pubs besucht? Kinnon und Mena gehen regelmäßig mit seiner Schwester Lucinda und ihrem Freund in „ihren“ Pub… Wie war es für dich?

Wir waren tatsächlich in einem Pub und zwar in „Garvey’s Lounge / Bar“.

Das Feeling in Irish Pubs ist so gar nicht vergleichbar mit dem in unseren deutschen Bars und Kneipen; allein schon das Ambiente ist zu hundert Prozent zum Wohlfühlen.

Oft gibt es kleine Ecken, in denen der Boden erhöht ist für Bands, Sänger, Jam-Sessions etc. und dementsprechend fehlt es auch nie an (Live-)Musik. Wir hatten allerdings einen ruhigeren Abend erwischt, was aber gar nicht schlimm war, denn gemütlich war es trotzdem.

Und ganz wie in der „Geschichtenerzählerin“ beschrieben, sind die Iren unglaublich freundlich (ohne den Deutschen zu nahe treten zu wollen, aber kennen wir sie nicht alle, die langen Gesichter und Grummelköpfe hier bei uns? 😃 – in Irland gibt es so etwas nicht!).

In den Irish Pubs kann man auch unglaublich gut essen und ein Cesar-Salad mit Knoblauchbrot kann ich wärmstens empfehlen!

Als ich folgendes Foto sah, dachte ich mir: In dieser Straße könnte die Familie von Kinnon leben… Wie hast du diese Straßen erlebt?

Wie habe ich diese Straße erlebt…? Das ist eine gute Frage und ehrlich gesagt für mich sehr schwierig zu beantworten.

Zum Einen bin ich froh, sie nicht mit dem Auto erlebt zu haben (der Linksverkehr mit einem englischen Mietwagen ist doch sehr gewöhnungsbedürftigt!!!). Zum Anderen ging es zu Fuß auch ganz schön bergauf, was auf dem Bild gar nicht so zu sehen ist.

Aber zurück zum Thema: Es stimmt, hier hätte Kinnons Familie wirklich gut leben können, wenn man sich die entsprechenden Szenen noch einmal vor Augen führt.

Ich würde sagen, diese Straße kann als Stereotyp für irische Straßen in Kleinstädten wunderbar durchgehen; besser kann man Irland gar nicht darstellen (außer mit grünen Wiesen und jeder Menge Schafen).

Es ist definitiv eine typisch irische Straße, in der sich Läden und Wohnhäuser abwechseln, mit bunten Farben und wer weiß wie alten Fassaden, die dem Ganzen einen tollen Charme verleihen.

Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.

 

Achtung Spoiler! Beim Foto unten links fiel mir eine gewisse Szene ein vom dritten Band mit einer Hintergasse, in der Mena sich versteckte… Was kannst du mir von ihr erzählen?

Genau diesen Gedanken hatte ich auch, als ich die Gasse sah, weswegen ich sie dann sofort fotografiert habe!

Erst nachdem ich das Foto dann hatte, habe ich die Gasse noch einmal auf mich wirken lassen und wirklich, Stella, dein Buch hat mir in diesem Moment Angst gemacht!

Ich habe die Schatten, die Mena verfolgten, regelrecht hinter mir gespürt und sofort eine Gänsehaut bekommen… in diesem Moment habe ich mich dann schnellstmöglich aus dem Staub gemacht.

Aber dann kam mir auch ein Gedanke: Es gibt keinen besseren Ort als Drogheda als Heimatort Kinnons und der Verfolgung Menas durch die Schatten!

Gruselig war es trotzdem…

Achtung noch mehr Spoiler! Zeigt das Bild unten rechts die Kirche, in der Lucindas Hochzeit stattfand?

Ganz klar, ja!

Wie bereits gesagt, hatte ich die ganze Zeit die „Geschichtenerzählerin“ im Kopf, als ich mir Drogheda angeschaut habe und viele Orte haben sich dann ganz automatisch mit Szenen aus dem Buch verbunden – so eben auch diese Kirche.

Ich liebe Kirchen sowieso, aber irische Kirchen haben noch etwas ganz Eigenes. So habe ich mir auf jeden Fall Lucindas „Hochzeits-Kirche“ vorgestellt und siehe da: Es gibt sie wirklich!

 

Liebe Hannah, vielen Dank, dass du dich bereit erklärst hast, mir deine Fotos von der Reise zu zeigen und einen Beitrag „auf den Spuren zu Kinnon und Mena“ fabriziert hast… Was magst du noch für Schlussworte sagen?

Erst einmal: Gerne habe ich diesen Beitrag mit dir zusammen fabriziert – es ist immer toll, wenn man Orte aus Büchern besuchen kann und so die Bilder, die man beim Lesen schon im Kopf hatte, zum Leben erweckt.

Ich kann jedem nur empfehlen, sich Drogheda einmal anzuschauen, wenn eine Irland-Reise ansteht (und esst im Pub!!!).

Für die, die die Trilogie schon kennen, habe ich ja vielleicht ein wenig von Kinnons und Menas Leben in die eigenen vier Wände bringen können. Für alle, die sie noch nicht gelesen haben: Da habt ihr aber was verpasst!

Hannahs Reise führte vor Drogheda in den Norden zu den Drehorten der Serie “Game of Thrones” in Nordirland, die sie zusammen mit ihrer Mutter “(fast) alle besucht” hat.  Wow, welche Ehre! Eine Reise, in der die Orte von “Game of Thrones” und der Geschichtenerzählerin besucht werden? Wie cool ist das denn???
Ihre Eindrücke – zusammen mit Zitaten – hat sie in ihrem Reisebericht auf ihrem Blog gepostet. Schaut vorbei!

 

 

2 Antworten auf Auf den Spuren von Kinnon und Mena

  • Am liebsten möchte ich alles liegen und stehen lassen und ab nach Irland düsen. Dabei schwebt mir selbstverständlich auch ein “Full Irish Breakfast” vor. Man sollte schon eine Grundlage haben, wenn man Hannah so auf Menas/Konnons Spuren folgt.
    Vielen Dank Hannah und Stella, der Beitrag ist so schön, dass natürlich wieder die Trilogie im Kopf lebendig wird. Und das nicht nur wegen der Spoiler…

    • Hallo lieber Rüdiger, vielen Dank für dieses Feedback. Mir ging es genauso. Ich sah die Bilder und hätte am liebsten sofort einen Flug gebucht!
      Grins zum “Full Irish Breakfast”, ja da wäre ich auch dabei.
      Finde ich schön, wenn die “alte” Trilogie wieder zum Leben erwacht…

Schreibe einen Kommentar

*

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.