Liebeserklärung an die Sagen

April 11, 2018

Senf zum Mittwoch #19

Wir leben in einer Zeit, in der wir uns nicht mehr fragen, ob es die Anderswelt, die Feen, die Elfen, die Zwerge, die Leprechaun oder eben die Nörggelen gibt. Dennoch ist der Glaube an sie verbunden mit einem anderen Verständnis für die Erde.

Sagen_Bild

In diesen mündlichen Überlieferungen, von denen ich überzeugt bin, dass ich mein ganzes Leben lang Gemeinsamkeiten auf der ganzen Welt finden werde, sehe ich jetzt schon einen roten Faden: Dass wir Menschen nicht die Krone der Schöpfung sind, vielmehr ein Teil des Ganzen.

Für mich persönlich sind diese Sagen und Mythen ein Schlüssel für ein besseres Leben hier auf Erden, in denen wir Wunder nicht nur von der Technik erwarten sollten, sondern die alltäglichen Wunder rund um uns herum erneut wahrnehmen lernen, vom Sonnenaufgang bis hin zum Vollmond.

Es ist egal, ob wir an sie glauben oder nicht: Diese Sagen sind voll von Weisheiten, die sich bis in unsere Zeit gerettet haben. Wir sollten ihnen wieder zuhören.”

(Öffentliche Rede von Mena, der Geschichtenerzählerin, Band 3 – Das Erwachen)

Hier lege ich Mena in den Mund, woran ich selbst glaube. Dass Sagen ein Fenster in vergangene Weltanschauungen darstellen – an eine Zeit, in der man davon ausging, dass alles beseelt ist – etwas, was mir auch meine Großmutter beigebracht hat. Es ist eine Erzählkunst, in der Wissen und Unterhaltung verbunden wird – der Inbegriff, was eine mündliche Überlieferung ausmacht. Kurzum: Sie sind für mich kostbar.

Dass ich eine Frau der Worte bin, ist wohl inzwischen allen klar. Bei mir geht es so weit, dem Ursprung der einzelnen Wörter nachzuspüren, um noch einmal mehr Klarheit zu bekommen, womit ich es zu tun habe.

Bei den Sagen wurde ich im wunderbaren Buch „Von wilden und weisen Frauen“ fündig: Während viele meinen, das Wort “Sage” komme vom Verb “sagen”, hat scheinbar eine Forscherin herausgefunden, dass es von “Saga” abstammt, was so viel heißt wie “Sie, die spricht”. Dabei handelt es sich um die skandinavische Orakelpriesterin, die für das Bewahren und Weitergeben von Geschichten zuständig war. Schön, nicht wahr? Passt auch gut zu unserer Mena, der Geschichtenerzählerin…

Und weil ich die Sagen so sehr liebe, werde ich in Zukunft an manchen Wochenenden hier eine Sage posten.

Schöne Woche noch!

Der Senf zum Mittwoch

Eine Antwort auf Liebeserklärung an die Sagen

  • Danke für dein Feedback, lieber Roger, auch für das Kompliment.
    “Sich freuen wie ein Nörggele” – das geflügelte Wort. Und die erste Sage sitzt schon in den Startlöchern…
    Du hast recht, Legenden und Märchen gehören auch dazu. Die Grenzen sind für mich fließend dazwischen.

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