Warum ein Pseudonym nehmen? Warum Stella Jante? Senf zum Mittwoch #5

November 29, 2017

Der Senf zum MittwochAls ich 2014 beschloss, „Die Geschichtenerzählerin“ zu veröffentlichen, wusste ich noch nicht, ob ich weiterhin Romane schreiben werde. Ich wollte mich der Aufmerksamkeit derer, die mich kennen, entziehen, und einfach mal mein eigenes Ding machen.

Als Sachbuchautorin hatte ich ja schon einen Namen, den wollte ich mir natürlich nicht mit meinem „Geschreibsel“ ruinieren, von dem ich nicht wusste, ob es eine Eintagsfliege ist oder Teil meines Gartens wird.

Vor allem jedoch wollte ich mich nicht rechtfertigen müssen. Da ist zum einen die Tatsache, dass viele glauben, dass ein Tausendsassa nichts richtig kann… Ein Vorurteil, denn Tausendsassas hat es schon immer gegeben – und unter ihnen gab es auch Genies wie Leonardo da Vinci oder Goethe (nicht, dass ich mich zu ihnen zählen würde, aber ich darf mich doch mal brüsten mit meinesgleichen, oder? Und ein paar Strahlen von ihnen auf mich fallen lassen…)

lesung-stella-bozen-13-09-16Zum anderen wissen die, die mich kennen, dass ich immer wieder zu neuen Ufern und Herausforderungen aufbreche, aber nicht immer begegnet mir dabei Offenheit und Applaus. Als ich meine journalistische Tätigkeit beendete, weil ich das Frauenmuseum übernahm, fragten mich einige, wieso ich denn etwas aufgäbe, was ich liebte und gut konnte. Als ich den Posten der Direktorin des Frauenmuseums verließ, schüttelten viele den Kopf. Ich hatte mir einen Namen gemacht und ging nun meiner Wege?

Als Sachbuchautorin habe ich Erfolg und die Gemüter besänftigt, jetzt fange ich alles von vorne wieder mit den Romanen an?

Erstens: Ich beende selten etwas und wenn ich etwas Neues anfange, ist es ein „Dazu“.

Zweitens: Ich wusste nicht, ob es wirklich was Neues oder ein Zwischendrin war. Mir persönlich war es egal. Ich wollte es machen, und ich tat es. Es tat gut, nur den Wenigsten davon erzählen und damit erklären zu müssen.

Drittens: Ja, ich werde immer wieder etwas Neues anfangen, weil das meine Natur ist. Es hat fast immer mit Frauenwissen/mündlicher Weitergabe zu tun – und meist mit dem Schreiben selbst, und es ist immer wieder ein neues Schreiben…

coverIm September 2016 habe ich beschlossen, mein Pseudonym zu lüften – zusammen mit dem Mailroman mit Roger Burke „Das Geheimnis der Stella Jante. Oder: Roger und die Geschichtenerzählerin“. In Südtirol machte ich eine kleine Buchtournee und stellte mich den Medien. Das Pseudonym Stella Jante wird weiterhin bestehen bleiben – es steht für meine Liebe zum Geschichten erzählen.

Ich habe viele berufliche Seiten, die ich in mir trage und euch auch gerne in den folgenden Mittwochen zeigen werde, aber keine Seite hat einen eigenen Namen erhalten. Als Journalistin erhielt ich das Kürzel „as“, als ich früher in einer Zeitschrift gearbeitet habe, aber das ist nicht ganz das Gleiche.

Es ist doch schön, dass viele Schriftstell_erinnen sich für jedes Genre einen anderen Namen aussuchen, ohne als schizophren eingesperrt zu werden, oder? 😉

 

Zum Abschluss kläre ich euch noch auf, warum ich auf „Stella Jante“ gekommen bin:

Stella – ist die italienische Bezeichnung für „Stern“, wofür auch „Astrid“ steht.

Jante – ist mir einfach so eingefallen, hat mit dem nordischen Begriff nichts weiter zu tun. Natürlich kann es auch damit zusammenhängen, dass mein jüngster Sohn Jan heißt und meine erste Enkelin Stella Serena…

6 Antworten auf Warum ein Pseudonym nehmen? Warum Stella Jante? Senf zum Mittwoch #5

  • Das Pseudonym „Stella Jante“ war echt ein Glücksgriff und eine weise Entscheidung. Ganz im Ernst: hätte mir Amazon 2015 die Geschichtenerzählerin von der Autorin Astrid Schönweger vorgeschlagen – ich glaube, ich hätte das Buch nicht gekauft. Sorry Astrid, aber „Stella Jante“ das war Musik. Es klang fremd aber trotzdem vertraut und dass es auch weiterhin bestehen bleibt, lässt ja einiges erhoffen…Und das macht mich froh.

  • Hi Binah, danke für das Kompliment! Ich bin damals aus allen Wolken gefallen, als Stella mir gesagt hat, dass sie Astrid ist. Und Feministin und Neumond nach der Vintschger Typenlehre…Inzwischen finde ich beide toll.

Schreibe einen Kommentar


*